#5 Bettina Wilms, Seelenheilerin und Führungsfrau
Shownotes
Hat den unverstellten ärztlichen Blick auf unsere Krankheiten „der Seele“ - und vor allem eine Idee, wie geholfen werden kann. Sie gibt uns Einblicke in ihre Tätigkeit als Psychiaterin und als weibliche Führungskraft in einem Krankenhaus. Dr. med. Bettina Wilms, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Frau mit dem gesunden Geist in einem beruflichen Feld, wo genau das benötigt wird. Freut euch auf spannende Innenansichten aus der Psychiatrie.
TOMMIs .talk von DerTOMMI.de +++ Internet‑Technik: www‑GE.ORG +++ Podcast‑Sound: soundandgo.com
v1.1
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00:00:00: Moin zusammen und servus in die Runde.
00:00:10: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Tommy's Talk!
00:00:14: Mein Name ist Thomas Schulz, und ich freue mich sehr nach einigen Wochen, die wir diesen Podcast jetzt schon machen meine erste Gästin begrüßen zu dürfen vor Dr.
00:00:23: Med Bettina Wilms.
00:00:25: Bettina ist sozusagen die erste Psychaterin, die hier im Podcast habe.
00:00:31: Ich freue mich ja dass sie da ist.
00:00:32: herzlich willkommen liebe Bettina.
00:00:34: Hallo Thomas
00:00:36: Schön, dass du da bist.
00:00:38: Ja ich bin sehr gespannt!
00:00:38: Ich habe noch nie so richtig mit einem Psychiater gesprochen oder einer Psychiatorin und deswegen freue mich sehr, dass Du hier bist... ...ich kann mir vorstellen wie ist es denn das wenn Du auf eine Party gehst Bettina?
00:00:49: Und Du lernst Leute kennen und dann sagst du.. Ich meine es gibt ja so Berufe die nennt man nicht so gerne weil man da kein Bock hat drüber zu reden.
00:00:56: Wie is's denn das bei Dir?
00:00:57: Wenn die Leute mitkriegen dass Du Psychiatarin bist so landläufig gesprochen Was ist denn da die Reaktion die Du erntest?
00:01:05: Also erstmal habe ich mir irgendwie angewöhnt, nicht so früh über meinen Job zu reden.
00:01:13: Und eine Zeit lang hab' ich auch gesagt, ich würde im Gesundheitswesen arbeiten.
00:01:19: Das hat dann noch mehr Nachfragen nach sich gezogen und dann habe ich irgendwann für mich so entdeckt dass es vielleicht doch schlau ist irgendwann zu sagen müssen was ich bemüße ja da.
00:01:28: Je nachdem was ich manchmal denke wie jemand vielleicht auch das schwierig finden könnte sage ich dann so Sachen erschrecken sie nicht oder so.
00:01:39: Aber ich sage es den Leuten schon und meistens, da ich ja im Osten jetzt schon seit vielen Jahren lebe und das mit dem In-Gästin und sowas hier in den Neunbundesländern immer... Also das ist nicht so verbreitet und man tut sich mit dem Gendern schwer habe ich mir auch angewöhnt zu sagen Ich bin sicherter.
00:02:01: also ich sage selten ich bin sicher drin wenn ich jetzt so genau gucke
00:02:04: Aber das entlastet mich ein bisschen, Bettina.
00:02:06: Weil ich bin ja auch nicht so ein Gender-Typ und da hängt dich ... Ich gender eigentlich nie!
00:02:11: Ich hab nur für Dich gegenert weil ich dachte, dass dir das wichtig wäre.
00:02:15: Interessant du machst das ganz bewusst nicht finde ich cool okay?
00:02:20: Weil ich hier gelernt habe... Also es ist wirklich so, weil es mit der Funktion was zu tun hat.
00:02:25: in der ersten Zeit den Leipzig hieß ich Frau Oberarzt.
00:02:29: Ja ok.
00:02:30: Und es war im Westen nie so, ich meine es war auch nicht formal muss man ehrlicherweise auch sagen.
00:02:35: Also wir waren in den Zeiten, schon in den frühen Formulatulen meines Studiums war es zum Beispiel üblich dass man sich mit Oberärztendutste oder sowas.
00:02:47: Das ist hier eher so in den letzten Jahren so langsam gekommen.
00:02:55: Deshalb so ich meine, ich hab mir deinen Lebenslauf mal angeguckt.
00:02:58: Wir haben uns privat kennengelernt und ich fand das ganz faszinierend im Kontakt mit dir zu treten um deine Perspektive auf verschiedene Dinge zu hören.
00:03:05: Und ich mache diesen Podcast ja weil ich mit interessanten Menschen sprechen möchte die einen Beruf haben der nicht so gewöhnlich ist um es mal so zu formulieren und die das mit Leidenschaft machen.
00:03:14: und wenn ich mir deinem Lebenslauf angucke dann sehe ich dass du immer in einer Psychiatrie oder in einer Psychotherapie oder Psychosomatik gearbeitet hast, dass du im zarten Alter von vierzig schon Chefärztin warst.
00:03:27: Und jetzt seit zwanzig sechzehn in so einer Doppelspitze stellvertretende Ärztliche Direktorin bist und Chefärzte.
00:03:35: Du also bist immer in der Psychiatrie gewesen!
00:03:38: Wie hatten Sie sich das entwickelt?
00:03:39: Oder wie kam das denn dazu, dass Du diese Weche eingeschlagen
00:03:43: hast?!
00:03:45: Also das sind ja immer so verschiedene Stränge, die zu solchen Entwicklungen führen.
00:03:50: Manches ist zufällig und manches ist auch irgendwie gebahnt.
00:03:53: Ich glaube ein Teil war dass ich zur Schulzeit was völlig anderes machen wollte und den naturwissenschaftlichen Teil der Medizin erst mit der Entscheidung Medizin zu studieren sozusagen für mich entdeckt habe.
00:04:04: es klingt ein bisschen blöd aber ich war noch zum Abitur mit ganz anderen Dingen unterwegs war mit Sprache unterwegs wollte Journalistin werden und bin letztlich über ein freiwilliges soziales Jahr in die Medizin gekommen.
00:04:22: Dieser geisteswissenschaftliche Teil, den man aus meiner Sicht für die Psychiatrie braucht... diesen Teil den habe ich sozusagen immer mitgebracht.
00:04:29: und der Teil, den hab' ich auch bereits in den ersten zwei Jahren im Medizinstudium die sehr naturwissenschaftlich lastig sind.
00:04:37: Also man macht da Biochemie, man macht Physik was für mich mit meiner schulischen Geschichte wirklich eine Quellerei war.
00:04:43: aber ich habe das gut überstanden.
00:04:44: es ist auch ne Zeit gewesen wo ich gemerkt hab was mal alles erreichen kann wenn man sich entschieden hat etwas zu wollen
00:04:53: Was man erreichen kann, wenn man sich entschieden hat was zu wollen.
00:04:57: Das ist schon mal ein schöner Merksatz.
00:04:58: Okay sorry das wollte ich noch einmal deutlich machen jetzt hier gerne weiter.
00:05:03: Wenn man sich entscheiden hat etwas zu wollen steckt viel drin weil viele entscheiden sich ja gar nicht was zu Wollen sondern die machen irgendwie.
00:05:09: aber schuldigung ich unterbreche dich Sorry.
00:05:11: Ja das ist wichtig für Entscheidungsprozesse.
00:05:18: Ich hab dann eine Zeit lang geliebäugelt mit so klassisch-medizinischen Fächern wie Chirurgie.
00:05:23: Und dann war irgendwie das Hirn irgendwie dabei und es ist dazu gekommen, dass ich in der Neurochirurgien promoviert habe und die Arbeit begonnen habe.
00:05:32: Aber es kam auch sehr schnell schon im Studium, dass das Interesse für die sprechende Medizin – so wie wir heute zusammenfassen würden – die Fächer, die mit PSY, also psychosomatik, Kinder und Jungesichertriege gehört Was ein anderes Fach ist, was viele Menschen nicht wissen.
00:05:50: Erwachsene Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie sind unterschiedliche Facharzt-, Weiterbildungsstränge.
00:05:57: Und dann bin ich im Prinzip mit der Entscheidung die erste Praxisphase ... eine der ersten Praxisphasen in der Psychiaterie in Norditalien zu machen.
00:06:08: Damit war es klar, da war ich für die Psychiatri Feuer und Flamme oder auch klar, dass ich psychater werde.
00:06:14: Allerdings, das möchte ich noch mal dazu sagen Eine spannende Entwicklung hat meine Mutter ganz, ganz lange auf die Frage von Nachbarnfreunden erzählt.
00:06:23: Was ich denn werden würde?
00:06:24: Na ja!
00:06:24: Ich glaube, meine Tochter will neurologin
00:06:26: werden.".
00:06:27: Also da hat man auch noch mal so gemerkt wie schwierig das ist in einem kleinen Ort.
00:06:35: Die Gemeinde, in der ich großgeworden bin, hat zu dreitausend Einwohner zu dem Zeitpunkt gehabt.
00:06:38: Wie schwierig es ist anderen zu erklären dass sich die Tochter mit was beschäftigt Was so erstmal nicht ordentlich medizinisch klingt und was auch vielleicht nachfragen, sozusagen generiert sowas.
00:06:54: wie hat sie denn woanders keinen Job gekriegt.
00:06:56: Also auch zum Beispiel die Frage, die ist mir damals auch durchaus begegnet.
00:07:01: Oder hast du selber
00:07:01: eine Waffel?
00:07:03: So bist du in der Psychiatrie gelandet und hast auch so Vorurteile manchmal, denen du begegnest im Sinne von ja die Psychiater haben wir alle selber nicht mal alle Tassen im Schrank und eine Schraube locker.
00:07:13: Kommt sowas merkst du sowas?
00:07:14: Du hast ja ne gute Menschen kennst du spürst das ja wie Leute auf dich reagieren ist das ein Vorurteil?
00:07:20: naja ich bin ja im allgemeinen Krankenhaus tätig dass es mir auch ganz wichtig das heißt ich bin jeden tag mit Chirurgen internisten intensiv Medizin an Orthopäden keine Ahnung was unterwegs und dieses Thema sind sie eigentlich ein ordentlicher Arzt.
00:07:38: Ja?
00:07:41: Dieses Thema ist schon da, ich glaube das Thema wird oder meine Erfahrung ist es wirklich wenn man sich persönlich kennt, wenn man anfängt persönlich schätzen zu lernen.
00:07:55: aber ich möchte jetzt nicht sagen dass es das Thema nicht gibt ja Also, und dass wir manchmal auch wie Psychiater kokettieren natürlich.
00:08:03: Manchmal, wenn Kollegen im weißen Titel sich in der Videokonferenz zeigen dann gibt es schon mal so Sprüche wie A, endlich ein ordentlicher Arzt!
00:08:10: Der Kollege, wo ist denn hier Stethoskop oder so?
00:08:16: Wir können das natürlich auch, also so ist das nicht... Aber es kommt vor.
00:08:20: Ja klar, kommt vor!
00:08:22: Und du hast das für entsprechende Medizin genannt?
00:08:24: Ich hab ja jetzt mal für alle Leute, die sich wirklich auskennen oder viel Zeit im Studium hatten solche komischen Bücher zu lesen.
00:08:31: Ich bin ja als Rechtsanwalt oder als Jurist hatte ich auch ein bisschen Zeit und habe House of God gelesen.
00:08:35: Das ist ja eher eure medizinische Geschichte.
00:08:38: Da geht es darum... Du kannst vielleicht ganz ein bisschen was dazu erzählen aber was mir da... Was ich mir gemerkt habe ist No Patient Contact!
00:08:45: Deswegen mache ich Psychiatrie.
00:08:47: Ich will nichts mit Leuten zu tun haben.
00:08:50: Das ist ein bisschen das, was du gerade erzählt hast.
00:08:52: Das sind richtige Arzne im Stethoscope und du bist der, der sich um die Birne kümmert, sprechende Medizin.
00:08:57: So habe ich das noch nie gehört vorher.
00:09:00: Das finde ich interessant.
00:09:02: House of God-sprechende medizin.
00:09:04: also du wolltest nicht mehr dich um Beinbrüche kümmern sondern du wollst hinter die Fassade gucken.
00:09:08: fantasiere ich jetzt einfach mal Und ich versuche mal ein bisschen auf vergiss das mit dem houseof god.
00:09:12: Ich versuch auf die Motivation zu kommen Was dich daran so fasziniert Menschen auf der seelischen Ebene helfen zu wollen und sich nicht nur um irgendwelche Beinbrüche zu kümmern.
00:09:24: Du hast gesagt, in Italien bist du verloren worden an die Psychiatrie.
00:09:29: Wie war das?
00:09:30: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:09:31: Also ich versuche nochmal deine Motivation rauszupken.
00:09:33: Du kannst sagen was du willst!
00:09:34: Ich habe jetzt ein bisschen spintisiert.
00:09:36: Hau rein...
00:09:37: Ich würde gerne noch kurz etwas zu dieser Geschichte sagen, kein Patient-Kontakt.
00:09:41: Also ... Das ist es eben als Psychiater wenn du über Also musst ja ganz formal medizinische Ausbildung machen.
00:09:50: Ein Psychiater macht eine Facharzt-Weiterbildung, aber wir lernen alle Haken halten wie man im Stethoskop untergeht und wir lernen allen Blutdruck einstellen.
00:10:00: Das Besondere was man hat ist eben dass man das mit dem Patienten Kontakt schon gelernt hat, dass man weiß wie es geht.
00:10:07: Das muss man auch machen weil die meisten unserer Diagnosen sind Ausschlussdiagnosen.
00:10:12: also wir müssen erst mal gucken ob jemand etwas anderes hat.
00:10:14: viele unsere Erkrankungen sind völlig anders zu behandeln, wenn wir die Idee haben, dass es eine organische Ursache hat.
00:10:21: Da müssen wir hingucken.
00:10:23: Ich hab auch schon Patienten gehabt, die gesagt haben, keine Ahnung, jetzt komm ich zum Sicherheitswesen, weil ich das erst mal ordentlich untersucht, also sowas habe ich auch schon gehört.
00:10:32: Okay... Ich schreck mich dann immer ein bisschen, ich würde hoffen, dass auch andere Disziplin-Menschen noch entkleiden und mal gucken wie's aussieht, wenn der Pullover weg ist so?
00:10:45: Und nicht nur irgendwie gucken, dass mal kurz mal da steht das Grop unter irgendwelche Kleidungsstücke zwängt.
00:10:53: Ja?
00:10:55: Aber diese Grundidee ist eigentlich eine ganzheitliche.
00:10:58: dazu gibt es auch noch auf dem Bücher.
00:11:00: Tore von X-Kühlen, Theorie der Humanmedizin ... Es hat so ein Dreiklang ebenso diesen biopsychosozialen Teil und den Bioteil sollte man als Arzt nie vergessen.
00:11:11: Das hat mich auch immer daran fasziniert eben am Allgemeinkrankenaustätig zu bleiben.
00:11:15: Also diese Fähigkeit in die somatische Medizin hinein und ... Die Übergänge nicht vergessen zu können, auch jeden Tag drauf gestutzt zu werden dass jemand der mit einem Bluthochdruck kommt und sagt nee Frau Doktor Psychisch hab ich nix.
00:11:36: warum soll ich mit ihnen reden?
00:11:38: Genau so ein Thema hat wie mit uns Wie auch jemand der sagt Also ich bin nicht
00:11:43: krank.
00:11:44: Manchmal richtig stimmen und außerdem bin ich der Meinung, dass Gott mit mir redet.
00:11:48: Aber ich weiß gar nicht wo mich ins Krankenhaus gehen muss!
00:11:51: Und er hat vielleicht auch ein Diabetes... also diese Übergänge das ist mir wirklich ganz wichtig und deshalb bin ich auch mit Leidenschaft Ärztin am Allgemeinen Krankenhaus.
00:12:00: Das wäre mir nochmal vom Anfang her wichtig.
00:12:07: Ich glaube einfach, dass es wichtig ist zu verstehen, dass wir als Menschen ganz sind.
00:12:13: Also, wir haben nicht nur einen Kopf und irgendwann den Rest davon.
00:12:16: Sondern das Denken füllen und handeln hat mit dem Rest von uns auch was zu tun.
00:12:19: Das erlebt jeder!
00:12:22: Frag mal jemanden der Schwindel erlebt?
00:12:23: Fragt mal jemand, der niedrigen Blutdruck hat, ob er sich gut fühlt oder ob der oder die Lust hat ins Theater zu gehen.
00:12:32: Ja also ... Wir sind ganz... Und wir sind in dem ganz, ähm, was wir mit unserem Körper erleben.
00:12:40: D.h.,
00:12:41: diese ganze Idee, dass man sozusagen Teile von unserem Erleben herausschließen könnte und wird das dann behandeln.
00:12:51: Und dann wird es schon ... Da würde ich sagen da ist mal, wenn man Psychiater auf der guten Seite ist, man muss eigentlich alles bedenken oder muss es insgesamt angucken.
00:13:02: Das beste Beispiel dafür sind zum Beispiel die Schilddrösenerkrankungen.
00:13:06: Schildrösen ohne Psyche ist nicht denkbar!
00:13:09: Ist das so?
00:13:10: Das hör ich zum ersten Mal.
00:13:11: Kannst du es mal kurz erklären?
00:13:14: Gibt ganz, ganz viele Wechselwirkungen zwischen Schildrosensfunktion, Störung und Stimmung.
00:13:19: Das
00:13:20: kann man jetzt hundert Jahre drüber reden aber das ist einfach ein ganz wichtiger Punkt und das ist erst einmal ein Organ.
00:13:29: Aber da wird's sehr deutlich.
00:13:33: auch andere Beispiele
00:13:35: Aber sehr cool, aber dann hat ja wahrscheinlich die gesamte Gesellschaft hier einer Klatsche in Deutschland weil wir fast alle Schildtrüsenerkrankungen
00:13:42: haben.
00:13:43: Weil wird ja immer mehr mit der Schildtrüse wenn ich das mir so angucke.
00:13:47: oder bin ich jetzt ein bisschen zu defetistisch?
00:13:51: Nee, ich glaube du bist mit dem Satz Dann hat die ganze Gesellschaft eine Klatsch.
00:13:55: damit bist Du aus meiner Sicht auf der verkehrten Bahn, weil ich einklare, aber es ist umgekehrt.
00:14:07: Wir haben lange Zeit gedacht, dass gibt Menschen mit psychischen Erkrankungen und dann gibt's die anderen, die irgendwie normal sind und sowas haben wie Magen oder so.
00:14:15: Ich würde sagen jeder Mensch kann in seinem Leben eine Erkannkung kriegen – jeder übrigens auch wenn er Arzt ist.
00:14:24: ganz wichtig!
00:14:25: Ein
00:14:26: kurzer Zeit, nicht mal die Kollegen.
00:14:29: Und welche Erkrankungen wir kriegen?
00:14:30: Das hat was damit zu tun, welche Solbruchstellen wir haben... das hat manchmal etwas mit unserer erblichen Ausstattung zu tun.
00:14:40: Manchmal hat es auch was damit zutun, wie wir generell so geworden sind.
00:14:46: und dann gibt's unser Umfeld dazu.
00:14:48: Dann gibts die Beziehungen den wir groß hören, dann gibts unsere Lerngeschichte und dass alles geht zusammen.
00:14:56: Die Idee, dass jemand eine psychische Erkrankung hat und dann sozusagen nicht auch noch Magen haben könnte oder das jemanden Magen hat.
00:15:05: Und dann aber auf keinen Fall eine psychischen Erkrankung hat.
00:15:09: Diese Idee ist einfach... die ist wirklich verrückt!
00:15:13: Wir müssen ganz klar sagen jeder Mensch kann eine schwerwiegende internistische Ererkrankung kriegen wie zum Beispiel eine Herzerkrankungen, die kann schwer verlaufen oder weniger schwer verlaufen.
00:15:23: wir haben Menschen, die gehen zu einem Kardiologen und der Kardiologe sagt Ja, sie sind schon betroffen.
00:15:29: Aber es gibt Menschen, die brauchen eine Herztransplantation.
00:15:32: Das ist der Range und so gibt es auch im Unsamen Fach Menschen in ihrem Leben zum Beispiel in einer besonderen Lebensphase eine Belastungserkrankung oder eine Angsterkrankungen, die relativ gut behandelt wird.
00:15:45: Und dann haben Sie nie wieder was?
00:15:47: Und es gibt Menschen, die haben im jungen Lebensalter das große Problem, dass sie eine schwerwiegende psychische Erkrankung entwickeln und die haben ihr ganzes Leben damit zu tun.
00:15:57: Das unterscheidet sich nicht wirklich von den Erkränkungen, die die Internisten haben.
00:16:02: Es ist eigentlich nur die Frage, ob wir es mit chronischen Erkranken zu tun oder auch kurzfristig auftreten.
00:16:13: Da ist die Psychiatrie nicht anders als die innere Medizin.
00:16:16: Wir haben chronische Erkrankungen, die uns beschäftigen und die Menschen schwer in ihrem Leben beeinträchtigen können.
00:16:22: Und wir haben Erkranke, die kurzfristig auftreten können wie da weg sind, die teilweise auch ... Dann komme ich wieder zur Sprechende Medizin keine Medikamente benötigen sondern vor allen Dingen den entsprechenden Kontakt.
00:16:36: Aber die wichtige Frage ist immer, wie viel Bio braucht man?
00:16:40: Wie viel Psycho braucht man, wie viel Sozial braucht man?
00:16:44: Um jemandem gut zu unterstützen.
00:16:47: Damit das was ihnen zum Tricataf wird nicht sozusagen das Leben über weitere Strecken dominiert.
00:16:53: Das ist die Frage und dann bin ich wieder bei den Internisten, dass es bei Herzerkrankungen, das ist bei Rheumatoide Arthritis mindestens genauso.
00:17:02: Also ich würde sagen, das is nix anderes!
00:17:05: Was vielleicht bei uns ein bisschen anders iß, dass wir viele junge Menschen haben... dass die schwerwiegenden chronischen psychischen Erkrankungen im jungen Lebensalter beginnen.
00:17:13: Mhm.
00:17:15: Ähm ... Am Ende des Zeiten, im dritten Lebensjahrzehnt?
00:17:19: Mhm.
00:17:20: Und das ist schon anders, ne?
00:17:24: Wenn du heute ein Krankenhaus anguckst, wer im Krankenhaus liegt in der inneren Medizin, das sind ganz häufig Menschen, die vierten, fünften, sechsten Lebensjahren kommen und vielleicht auch älter sind.
00:17:38: Bei uns wundern sich die Kollegen immer, dass sie Menschen sehen.
00:17:40: Die Anfang zwanzig sind ... die manchmal Mitte dreißig sind.
00:17:44: also wir haben natürlich auch ältere Menschen, die Demänzerkrankungen zum Beispiel sind ja Erkrankung des höheren Lebensalters nicht immer das sehr hohen aber häufig das sehr Hohen Lebensalter ist.
00:17:54: Aber kann eine vorübergehende psychose Erkankung Eine vorüber gehende psychosoerkrankung die manch mal auch sehr rasch wieder weggeht?
00:18:04: Die
00:18:04: kann man halt auch sehr, sehr häufig mit zwanzig dreißig haben.
00:18:10: Also das ist sozusagen vom Altersrange nochmal auch noch mal bedeutsam.
00:18:15: Wir haben wirklich es mit dem Ganzen mit der ganzen Lebensspanne zu tun.
00:18:19: Ja ich versuche nochmal kurz was zusammenzufassen damit ich das richtig verstehe was du erzählst die Psychiatrie Nervenheilkunde, um es mit deinem alten Wort zu benutzen.
00:18:32: Da
00:18:32: war damals noch die Neurologie dabei!
00:18:36: Also heute ohne die Neurologie ist eine ganzheitliche Medizin?
00:18:40: Das ist glaube ich ein wichtiger Satz den du gesagt hast.
00:18:43: Man schaut sich den ganzen Menschen an und nicht nur punktuell und diese Verwobenheit zwischen Körper- und Geist schaut ihr euch an weil ihr das ganzheitlich betrachtet.
00:18:53: Das ist glaub ich ganz wichtig.
00:18:58: Also ich spüre dann so ein großes Maß an Empathie bei dir.
00:19:04: Ich bin selten im Krankenhaus, zum Glück langsam geht es los, im fünften Lebensjahr zehnt und da will man auch nicht ungern sein.
00:19:10: aber bei dir spürte ich gerade so eine große Empathia dass du das ganze angucken möchtest und den ganzen Menschen verstehen möchtes der vor dir sitzt und nicht mal kurz das Stethoskop nur dran halten möchtet sondern das komplett verstehen willst.
00:19:20: Das halte ich für eine wichtige Aussage.
00:19:22: Und jetzt hast du davon gesprochen, dass bei dir im Fachbereich oftmals jüngere Menschen aus sind – im zweiten Lebensjahrzehnt.
00:19:27: Eine vorübergehende Psychose zum Beispiel.
00:19:31: ist das mehr geworden in den letzten Jahren und Jahrzehnten seitdem du das machst?
00:19:35: Du bist ja schon einige Jahre in dem Bereich.
00:19:37: Gibt es da eine Veränderung?
00:19:39: Wird die Gesellschaft in Anführungszeichen kränker oder ist das immer schon so gewesen?
00:19:45: Kannst du da irgendwas zu sagen oder ist nur so eine leidenhafte dämliche Frage von
00:19:49: mir?".
00:19:51: Also die Forschung dazu ist mit ihren Ergebnissen ausgesprochen heterogen.
00:19:56: Die erste Idee, aber eine der Hochzeiten wo man dachte wir haben mehr psychische Erkrankungen zum Beispiel nach der Wiedervereinigung in Deutschland entstanden, weil man gedacht hat also der die Menschen im Osten sind einfach deutlich kränker.
00:20:15: oder dadurch das wir jetzt diese Situation haben ist es
00:20:18: so.
00:20:19: Weil sie nach großen Veränderungen ausgesetzt waren und so zusammenfassend kann man da eine Frage eben leider nicht ganz klar beantworten.
00:20:27: Wir haben schon Hinweise darauf dass wir weniger Kinder- und Jugendliche haben in der Menge aber von diesen Kindern und Jugendlichen mehr Menschen Kinder- und Jugendpsychiatrische Unterstützung benötigen.
00:20:44: Das ist zum Beispiel ein Trend, bei den Erwachsenen sind die Daten deshalb auch schwierig zu interpretieren weil wir eine andere Versorgung haben.
00:20:56: also wer in den fünftiger Jahren in einem Krankenhaus gehen musste weil er eine psychische Erkrankung hatte der hat wirklich alles alles alles versucht, um das nicht zu machen.
00:21:09: Wir hatten große Krankenhäuser, Häuser, wir hatten wenige große Krankenhauser in der Psychiatrieonkette des Deutschen Bundestages ist.
00:21:16: Es ist im Westen deutlich geworden wie schlimm die Zustände waren in psychiatrischen Kliniken und wir haben heute ein vergleichsweise dazu niedrigschwelliges Behandlungsangebot was aus niedergelassenen Ärzten, Behandlungen in Tageskliniken.
00:21:39: Die meisten Krankenhäuser haben sogenannte psychiatrische Institutsambulanzen für Menschen die so eine multiprofessionelle Unterstützung benötigen also die mit einem Arztbesuch einmal im Quartal einfach nicht ausreichend unterstützt sind.
00:21:51: Also sprich ne Fülle von Unterstützungsangeboten.
00:21:56: das heißt wir sehen inzwischen auch Menschen Gott sei Dank entweder nicht gesehen haben oder die mal irgendwie ... Ach, ich will das gar nicht abwerten sagen.
00:22:07: Aber als ich ein kurzes Beispiel dazu ... Als ich in der inneren Medizin mein praktisches Jahr machte, das ist das letzte Jahr Medizinstudium, da sagte mein Chef zu mir, ach wissen Sie sie wollen doch Psychiater werden?
00:22:22: Können Sie sich mal meine zwei meiner Patientinnen in meiner Privatsprechstunde angucken?
00:22:29: und dann traf ich auch Frauen mittleren Lebensalters, die in einer ... glaube ich, wenn man sie gefragt hätte nicht so einfachen komplexen Familien-Situationen stecken.
00:22:41: Und die von ihrem internistischen Arzt regelmäßig einmal die Woche ein hochpotentes Neuroleptikum gespritzt bekamen was damals für diese Indikation auch beworben wurde und die sich damit nicht schlechter fühlten Aber die noch nie in ihrem Leben ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie gesehen hatten.
00:23:04: Ja, ich verstehe.
00:23:05: Und das war nicht selten!
00:23:06: Das ist jetzt wirklich so... Ich möchte auf keinen Fall den Kollegen entwerten.
00:23:13: Der hat das gemacht was ihm damals zur Verfügung stand.
00:23:16: Wir wissen heute dass diese Medikation damals auch... Also es würde man heute auf keinen fall so machen weil wir wissen, dass es ganz viele Nebenwirkungen hatte und das es auch nicht gut war.
00:23:26: Aber Fakt ist diese Menschen wären früher nicht in der Psychiatrie, in Behandlung gewesen.
00:23:34: Das heißt wir haben im Moment auch eine andere Gruppe von Menschen die sich zur Verfügung... also die überhaupt in Beantwortung kommt
00:23:41: und
00:23:42: die verfügbarkeit ist einer anderen.
00:23:44: dazu müssen wir wissen dass es ja auch teilweise eine veränderung der sozialen systeme haben.
00:23:50: wenn wir heute im nachtdienst manchmal so vorstellungssituationen haben wie Schwierer häuslicher Konflikt, es geht um den Bestand der Partnerschaft.
00:24:02: Jemand ist völlig außer sich, dann wäre in der Gemeinde, in der ich groß geworden bin – das war eine evangelisch-lutterische Gemeinde gewesen – trotzdem auch der Weg gewesen, geht man vielleicht mal zum Pfarrer, redet man mit dem mal?
00:24:21: Und es ist ein Weg, der heute nicht beschritten wird.
00:24:24: Man geht auch in solchen Situationen nicht zu Großeltern oder zu Großtanten, sondern ganz häufig wird ein professionelles Hilfesystem aufgesucht und man hat das Gefühl dass man schwere Lebenskrisen eigentlich nur mit einer Psychotherapie bewältigen kann.
00:24:40: Noch mal zurück ich möchte nicht den Wert von Psychotherapieschmälern.
00:24:44: Psychotherapi ist eine Evidenz basiert gute Behandlungsmethode für viele psychische Störungen.
00:24:52: Aber ich glaube auch, dass wir da hinkommen müssen zu sagen nicht jede Lebenskrise braucht einen Psychofachmann und das mischt sich.
00:25:01: und deshalb ist so diese Frage wird es mehr oder haben wir ein anderes Angebot?
00:25:08: Oder haben wir eine andere gesellschaftliche Kulturen, der wir über Hilfe suchen anders nachdenken.
00:25:19: Das ist schwer zu beantworten.
00:25:20: Deshalb würde ich mich aus dieser Frage ein bisschen rauswinden und würde sagen... Da wo wir hingucken müssen isst Wir werden älter?
00:25:31: Wir werden nicht in Gesundheit ältern.
00:25:34: Mit der Höhe des Lebensalters steigt die Wahrscheinlichkeit eine Demenzerkrankung zu kriegen.
00:25:40: Damit hast du an sich schon höhere Erkrankungsraten, wenn du jetzt alle psychischen Erkranken anguckst.
00:25:48: Und mit dem Erleben von körperlicher Gebrechlichkeit und mit dem Überleben durch schwere, körperliche, von schweren körperlichen Erkankungen hast du natürlich auch etwas was du bewältigen musst.
00:26:01: wir haben inzwischen auch eine Reihe von Patienten die wir psychotherapeutisch unterstützen müssen weil sie zum Beispiel langwöchige intensiv medizinische Behandlungen erleben mussten.
00:26:13: Natürlich ist es gut, dass diese Menschen weiterleben können!
00:26:17: Aber wir merken zunehmend auch, dass das etwas mit den Menschen macht was sie überstehen müssen.
00:26:26: ich habe vor einiger Zeit für die Zeitschrift die ich mit herausgebe einen Interview mit einem jungen Mann geführt der ein schwere Schädel Hirntrauma überlebt hat und der glücklicherweise seinen Beruf weiterführen konnte.
00:26:40: Der ist Biologe und auch in meiner ganz guten Karriereentwicklung, aber der ganze viele Erlebnisse aus dieser Zeit wo er sozusagen aus dem Koma erwacht ist, ganz viele Erlebnisse nacharbeiten musste.
00:26:54: Und das sind solche Aspekte wo ich denke es ist eben nicht so einfach zu sagen haben wir alle einen an der Klatsche?
00:27:02: Nein!
00:27:02: Wir haben nicht alle eine an der klatsche.
00:27:04: Wir leben in einer komplexen Welt Und dieses Gehirn ist immer noch das Gleiche.
00:27:09: Dieses Gehirne muss ich auf diese Komplexität einstellen, muss sich auf unser sehr schwieriges Weiterleben nach großen Krisen auch
00:27:19: einstellen
00:27:21: und deshalb glaube ich eher, dass wir wieder in sowas kommen müssen wie können wir uns insgesamt alle in unserem Quartier in unserer Gemeinde so unterstützen?
00:27:32: Dass wir andersrum denken?
00:27:34: Wie können wir psychische Gesundheit erhalten?
00:27:36: Wir können uns darüber verständigen, was wir brauchen um psychisch gesund zu bleiben oder auch nach schwierigen Erlebnissen psychisch gesund zu werden.
00:27:44: Sorry jetzt habe ich ein bisschen länger geredet.
00:27:46: Das ist genau richtig Bettina.
00:27:47: Genau das wollte ich gerade bestärken.
00:27:51: Du bist dieser Frage nicht ausgewichen du hast sie gut erklärt und es ist ja auch eine positive Botschaft dahingehend dass wir eben nicht alle kränker werden.
00:28:00: Dass es eben nicht so ist, dass wir viel mehr psychische Erkrankungen haben.
00:28:03: Wir haben ein bisschen mehr Drogen-Konsum, was wir sehen und was dann auch wahrscheinlich zu kurzfristigen Psychosen führen kann.
00:28:10: Anderes Thema haben ja noch gleich darüber gesprochen, vielmehr nur gerade spontan ein.
00:28:13: Also wir werden nicht alle Kränker offensichtlich – das ist eine gute Botschaft!
00:28:18: Und wir haben es niederschwelliger mit den Angeboten vom psychiatrischen, psychologischen... Jetzt habe ich die Begriffe verwechselt.
00:28:26: Entschuldige bitte, aber von psychiatrischen Hilfeleistungen ist das Angebot niederschwelliger und die Menschen haben eher Zugang dazu was eine sehr positive Botschaft ist und dass die Welt komplexer wird und wir irgendwie Resilienz aufbauen müssen.
00:28:40: Das finde ich ganz spannend, da würde ich gerne mit dir jetzt als nächstes hingucken wie wir das machen können also wie dir das gelingt die Zuversicht zu behalten?
00:28:48: Wie dir das gelingt zu gucken?
00:28:50: Wie können wir psychisch gesund bleiben?
00:28:52: was ist denn dein geheimen Rezept für dich und deine Ehe und deinen Umfeld?
00:28:56: Wie machst du das Bettina?
00:28:58: weil du wirkst sehr zufrieden und insgesamt ganz gut ausgeleveln um das mal dazu sagen.
00:29:05: Ich nehme das jetzt mal als Kompliment.
00:29:11: Okay, also ich will es mal ein bisschen vereinfachen.
00:29:14: wir haben alle in unserem Leben so drei Bereiche würde ich sagen.
00:29:18: da eine Bereich ist sowas wie Freizeit der andere Bereich ist so die Partnerschaft Familie und dann gibt's einen Bereich Arbeit.
00:29:23: so vielleicht gibt auch man kann da auch noch Subsysteme bilden alles so.
00:29:28: Und das erste ist erstmal mein Tool gut daran dass wenn mindestens in schweren Krisen in einem Bereich dafür sorgt, dass es in den anderen Bereichen gut geht.
00:29:41: Also ein Weg Belastung gut zu bewältigen ist über Belastungen genauso viel nachzudenken, mindestens genau so viel nachzudenken bei Entlastungen.
00:29:54: also.
00:29:55: das eine ist ich bin belastet kann schon sein vielleicht irgendwie einen schwierigen Job oder so keine Ahnung dazu sage ich gleich noch was.
00:30:03: Und das andere ist aber, welche Entlastung habe ich auf der anderen Seite der Waage wenn man sich das so vorstellt?
00:30:09: Und es ist natürlich völlig klar.
00:30:11: Wenn ich ganz wenig Entlastungen habe dann ist auch wenig B-Lastung manchmal schon schwierig und wenn nicht viel B-Lastung habe brauche ich auf den anderen Ebenen viel Endlastung Und das finde ich ist immer ein gutes Ding.
00:30:30: Das ist der eine Teil, der andere Teil ist ... dass es natürlich auch so Techniken gibt.
00:30:37: Techniken, die was ich in einer, also ich mir zum Beispiel im Rahmen der Psychotherapie-Ausbildung so angewöhnt habe, ne?
00:30:45: Ich bin ein Mensch, der auf einem sehr ausgeprägten auditiven Kanal hat.
00:30:52: vorher Musik gemacht, hab viel gesungen und so.
00:30:55: Das heißt für mich sind bestimmte Melodien eine gute Möglichkeit aus einem auch angespannten Zustand rauszukommen.
00:31:04: Ja?
00:31:05: So was kann man auch üben!
00:31:07: Und sowas muss man auch immer am besten in Zeiten wo es ein bisschen besser geht damit Dinge in Krisen funktionieren muss man das was man krisen anwendet außerhalb der Krise anwenden und üben.
00:31:18: Also Typ eins, Leute.
00:31:20: Solange es euch gut geht sorgt jetzt schon mal für Entlastungsstrategien und geht den Chor und übt singen, dass ihr dann wenn's euch nicht so gut geht ihr singt.
00:31:28: als Beispiel.
00:31:29: Zum Beispiel oder wenn ich sage als Psychologe Entspannungstechniken Wenn ich Entspannungstechnik lernen soll wenn ich ein hohes Anspannungsniveau habe dann wirklich nicht funktionieren.
00:31:38: Ja?
00:31:38: Für Entspankungstehnungen muss ich Lernen in Zeiten wo es nicht ganz so schlecht geht Und ich muss sie üben damit sie in schwierigen Zeiten sozusagen trotzdem in der Lage sind, meine Angespanntheit also mein Grundlevel ein Stückchen zu reduzieren.
00:31:56: So und so ist es auch in solchen Sachen.
00:31:59: das heißt ganz konkret ich habe bestimmte Melodien die singe ich mir dann vor manchmal auch laut und meine engsten Mitarbeiter kennen die auch
00:32:10: Die wissen schon auch, Bettina singt wieder.
00:32:15: Ich kann das ganz persönlich sagen.
00:32:16: Für mich gibt es sozusagen einen Beginn von Mendels und Slobgesang alles was Odom hat, Lobe den Herrn.
00:32:23: Wenn ich anfange das zu intonieren manchmal auch dann schräg Dann weiß irgendjemand dann bin ich so am Rande meiner Möglichkeiten.
00:32:30: Aber am Ende der Phrase ist auch gut
00:32:33: Ja okay
00:32:34: Ja?
00:32:34: Am Ende von der Phase ist gut Und das is Also, das ist zum Beispiel so ein Trick.
00:32:41: Gibt nicht kennen auch Leute die haben einen Stein den sie irgendwo an der Ostsee gefunden haben für solche Fälle in der Tasche und wenn es um schwierige Gespräche geht dann haben Sie den in der Hosentasche oder so.
00:32:54: Das klingt jetzt auf den ersten Blick so ein bisschen wie Furlefans?
00:32:57: Das ist aber überhaupt nicht sondern wir bringen uns damit in einen Zustand der potenziell mal angenehm erlebt wurde oder der uns mit angenehmen oder entspannenderen Assoziationen.
00:33:13: Eine gute Möglichkeit gibt uns von der Situation, in der wir gerade sind zu distanzieren.
00:33:18: Das ist so diese kurzfristige Trickkiste.
00:33:22: Also da gibts auch gefüllte... ...tausendfünfundzwanzig verschiedene andere Möglichkeiten.
00:33:27: Was ich für Patienten immer wichtig finde, dass es nicht um die Frage geht mache ich das so wie Frau Wilms?
00:33:32: Sondern mach' ich das Beispiel was Frau Wilmst mir erzählt Zu einer Aufgabe für mich, das zu finden was für mich passt.
00:33:41: Also wer zum Beispiel malerei mag und so bestimmte Bilder hat ja ich kenne auch eine Reihe von Kollegen die haben Postkarten von Bildern in ihren Zimmern stehen.
00:33:49: Ja also So dass ist der eine Teil.
00:33:53: der andere teil ist Ich glaube wirklich zu diesen zwei teilen freizeit und Und und Partnerschaft.
00:34:03: Das ist oder Partnerschaft und Familie immer auch so ein wesentliches Thema.
00:34:12: Da ist einfach wichtig.
00:34:13: zu gucken, dass die Dinge ab und an mal ohne Anlass einer Bestandsaufnahme unterzogen werden klingt jetzt sehr technisch.
00:34:25: Nee, meinst du, das ist eine anlassunabhängige Personenkontrolle im Grenzbereich von der Polizei.
00:34:31: Die brauchen ja immer einen Grund, wenn sie dich anhalten wollen die Polizisten.
00:34:34: und manchmal sitze ich an und sage es da Anlass unabhängig Personenkontrolle.
00:34:37: Du redest von einer anlass Unabhängigen Partnerschaftskontrolle Richtig?
00:34:42: Ich rede davon dass man sich gefallen tut einmal im Jahr oder halben Jahr zu gucken.
00:34:50: passt das was ich in meiner Freizeit tue im Moment zu dem wovon ich denke, dass ich es brauche.
00:34:55: Das ist Gutes.
00:34:56: Passt das was wir in unserer Partnerschaft tun zu dem wie wir es brauchen, wozu es Gutes?
00:35:01: und dann... Wie hat sich in der letzten Zeit entwickelt?
00:35:04: Manchmal rennt man Entwicklung auch hinterher macht die Dinge so wie man sie früher gemacht hat und die Entwicklung ist aber eine andere So.
00:35:10: also da sind für mich wirklich extreme extrem wichtige Aspekte.
00:35:14: zum Thema psychische Gesundheit zum thema seelische gesundheit Mini Beispiel Ich stelle fest, dass mit meinem Partner gerne laufen gehe.
00:35:23: Ich fange an mit meinem Partner zu laufen, in einer bestimmten Zeit.
00:35:25: Wir fühlen uns gut damit.
00:35:26: irgendwann läuft mein Mann immer mehr als ich und ich laufe immer weniger.
00:35:31: Und wenn wir nicht hingucken stellen wir irgendwann fest am Ende dieser Entwicklung dass wir praktisch keine Zeit mehr miteinander verbringen weil wir Ups!
00:35:39: irgendwann festgestellt haben die zeit die wir miteinander haben gehen wir laufen.
00:35:45: Also deshalb glaube ich ist das es viel viel wichtiger als irgendwelche anderen festen Konzepte, wie machen sie dies?
00:35:53: Machen Sie das oder machen Sie jenes.
00:35:55: Sondern eher die Frage passt das was ich gerade tue zu dem wie ich so in meiner gemischten persönlichen Situation gut zurechtkomme?
00:36:09: und es gibt Phasen wo wir mehr... Wo wir die Familie mehr in den Mittelpunkt stellen.
00:36:13: Es gibt PhASEN wo wir den Job mehr in der Mittelpunkt stellen.
00:36:15: Es gibt auch PhASen wo vielleicht die Freizeit mehr in dem Mittelpunt stellen.
00:36:19: und auf deine Frage von vorhin zurückzukommen.
00:36:21: Ich reise gerne, ich habe festgestellt dass ich insgesamt ein relativ hohes Tempo habe in meinem Alltag.
00:36:29: Und ich hatte mal einen wunderbares Gespräch mit meinen früheren Coach.
00:36:38: Mit der Oberarztstelle das war damals ein bisschen konflikthaft die Möglichkeit eingeräumt nannten Karrierecoaching zu machen und habe lange Zeit sehr, also discontinuierlich.
00:36:51: Also mal in Zeiten engmarschiger und dann mal sehr weitmarscher mich mit einer Person getroffen wo ich den Eindruck hatte die kann nicht was diese Fragen angeht weiterbringen begleiten.
00:37:02: mit der kann ich solche Gespräche führen.
00:37:04: Und er hat mir irgendwann mal gesagt weißt du was?
00:37:08: Wir könnten jetzt darüber reden wie Du regelmäßig dich in mehr Entspannung bringst.
00:37:13: Das wird nicht funktionieren.
00:37:14: Überleg dir mal, was dein Rhythmus
00:37:16: ist.".
00:37:17: Und dann kam dieser wunderschöne Satz auch ein D-Zugheld ab und zu im Bahnhof.
00:37:22: Und diese Idee fand ich total klasse!
00:37:24: Und das trifft für mich sehr gut zu.
00:37:26: Ich muss gucken, merke dass ich im Alter meine Urlaubsphasen und Reisen etwas besser übers Jahr verteilen muss damit ich meinen Tempo gut schaffe?
00:37:38: Und damit geht das auch.
00:37:39: Also ich kann, das weiß ich für mich, dass ihr merkt, es ist viel mit Selbsterfahrung zu tun und mit Selbstreflektionen.
00:37:45: Ich kann für mich durch aus stressige Zeiten wie zum Beispiel jetzt hier dieser März wirklich erwartbar.
00:37:52: Schlimmes war abzusehen schon im letzten Jahr, dass der März sehr belastet ist ja?
00:37:56: Ich kann das total gut durchhalten wenn es flankiert ist von Reisen, Reisen die mir ganz viel geben und die sehr sehr unterschiedlich zu meinem Leben hier sind.
00:38:08: Du hast vorhin gesagt, wir kämen uns privat.
00:38:10: Du weißt das manchmal noch nicht viel nach Afrika fahren.
00:38:13: Africa is not the country it's a continent.
00:38:18: Also in viele der fünfzig Länder dieses wunderbaren Kontinents und Das zum Beispiel ist für mich so dass wenn ich drei dreieinhalb Wochen im Jahr So eine Reise gemacht habe das sehr sehr viel Erdung ist es sehr sehr Viel Pause machen im Bahnhof ist, bevor der Dezug dann weiter startet.
00:38:42: Das reicht nicht fürs ganze Jahr!
00:38:44: Ich brauche trotzdem noch immer mal wieder eingestreute Pausen.
00:38:47: aber das ist zum Beispiel mein Weg um bei mir zu bleiben und da eine Möglichkeit zu haben die Füsse auf dem Fußboden zu behalten und ich mit meinem Popo im Stuhl sitzen zu können.
00:39:04: Das ist für andere Menschen wahrscheinlich an, nicht wahrscheinlich mit Sicherheit anders.
00:39:08: Aber es geht darum diese jeweilige individuelle Variante zu finden.
00:39:16: Das verstehe ich gut Bettina!
00:39:18: Das versteh' ich gut und... Ich hab glaube jetzt ein bisschen besser verstanden was so einen Psychiater den ganzen Tag macht.
00:39:25: wenn du nochmal irgendein Beispiel sagen willst wo du ganz toll stolz auf dich warst weil du einen riesen Job als Psychiatorin gemacht hast dann macht das gerne.
00:39:36: Wenn nicht, würde ich auf den nächsten Themenkomplex kommen und du entscheidest jetzt.
00:39:39: Willst du noch mal ein Beispiel nennen wo du sagst, dass war richtig geil?
00:39:42: Da war ich richtig gut!
00:39:43: Das war ein richtig guter Erfolg.
00:39:46: Gibt's halt was man sagen darf oder ist das alles zu sehr... Ja, da darf man darüber nicht sprechen.
00:39:51: also ja oder nein.
00:39:53: wenn nein mache ich etwas anderes.
00:39:54: Du entscheiderst
00:39:57: Es gibt was aber ich glaube es nicht vielleicht nur in Teil dessen was du jetzt assoziierst.
00:40:03: Okay.
00:40:03: Es gibt natürlich die Situation mit Patienten, wo du denkst ... Ah ja, das war jetzt eine gute Entwicklung.
00:40:10: Wobei niemand weiß ob die Entwicklung, die am Ende eines Kontaktes, eines Gesprächs gut war dann auch in einem halben Jahr noch gut ist?
00:40:19: Also wir sind Experten für potentiell hilfreiche Gespräche und ob das Gespräch hilfreich war oder nicht, kann man manchmal erst einige Zeit später erleben.
00:40:28: Nein ich möchte auf einen anderen Erfolg hinweisen.
00:40:32: Ich habe die Gelegenheit gehabt, in meiner ersten Chefarzt-Position ein besonderes Versorgungsmodell ausprobieren zu können.
00:40:41: Ich bin da nicht dran unschuldig.
00:40:42: ich hab meinem damaligen Geschäftsführer gesagt das ist etwas was ich mir für diesen Landkreis gut vorstellen kann dass sehr aktiv betrieben und ich bin wirklich froh dass sich das betreiben konnte.
00:40:57: zu machen, aber die Idee entwickelt sich weiter.
00:40:59: Und ich habe mit einem Kollegen da im Jahr zwei Tausend vierzehn ein Buch drüber geschrieben.
00:41:04: und im Moment gerade – das war der Anfang unseres Gesprächs vorhin – im Moment grade bin ich vor wenigen Tagen auf einem Krankenhauskongress gewesen und ich merke gerade eine Idee wird langsam, kriegt langsam das Laufen wo wir zwischendurch dachten manche Dinge versiegen ja jetzt auch ein bisschen besondere Modellprojekt machen zu können.
00:41:28: Das war wirklich ein großer Erfolg und dass ich da dran geblieben bin, war ein großer Erfolgen und ist weiterhin ein großen Erfolg.
00:41:35: Ja?
00:41:35: –
00:41:36: Das ist ein bisschen technisch.
00:41:37: Es ist eine Form von psychiatrischer Versorgung mit den Mitteln des Krankenhauses die bekannt ist unter dem begriffen Regionalbudget Globalbudget Paragraphie in Sechzig-Bee Modelle also eine Form wie man in einer Region Syratische Versorgung mit den Mitteln des Krankenhauses so generiert, dass Menschen nicht so häufig im Krankenhausbett sein müssen.
00:42:02: Super Satz!
00:42:03: Lass uns das so stehen weil das versteht sonst kein Mensch.
00:42:07: aber das verstehe ich gut.
00:42:08: und die Leute also ich weiß was du sagen willst und die Menschen die sich mit diesen ganzen auskennen die werden ah das war die Frau Dr.
00:42:14: Wilms.
00:42:15: jetzt weiß ich Bescheid.
00:42:17: insofern haben wir die Botschaft gesetzt.
00:42:18: das ist gut das finde ich auch wirklich gut.
00:42:21: Du bist ja auch Sprecherin des Arbeitskreises der Chefärztinnen von Kliniken für Psychiatrie und Psychiatri an allgemeinkrankten Häusern Deutschlands.
00:42:28: Also du bist jetzt schon jemanden, der ein bisschen was auch so Verbandsarbeit macht.
00:42:32: offensichtlich.
00:42:33: aber machen wir dann mal einen Punkt liebe Bettina!
00:42:36: Ich werde jetzt mal ein bisschen fordern mit ein paar schnellen Fragen und dann komme ich zum anderen Thema weil wir haben jetzt noch ein paar Wämmer ein bisschen Zeit Und ich lasse dich auch noch nicht raus aus dieser ganzen Sache, aber kannst du mir mal sagen in drei Worten wer du bist?
00:42:48: Gib mir mal drei Worte.
00:42:49: Wer ist ein Bettina Wilms?
00:42:59: Voller Lieder ziemlich viel lesend und interessiert an Menschen
00:43:10: Lieder lesend interessiert, das waren die drei Worte.
00:43:13: Danke schön!
00:43:13: Warum bist du so gut in deinem Job?
00:43:15: Beprall dich mal ein bisschen zack zack.
00:43:17: ich will hören warum du das so gut kannst weil Du machst das gut.
00:43:19: das spüre ich ja.
00:43:20: und beprall Dich ruhig mal was glaubst du warum du so Gut bist in dem was du machst?
00:43:24: Ich bin beharrlich.
00:43:26: Ja das ist auch so'n Frauending Das meine Frau auch.
00:43:29: ja Beharrlichkeit Du kommst wahrscheinlich immer wieder auf den Punkt zurück.
00:43:31: Da haben die Jungs für dir irgendwas nicht gemacht.
00:43:33: Und dann sagt kommt an Frau Doktor Wilmschieder und sagt Jungs müssen wir noch machen?
00:43:36: Nein,
00:43:38: von unterschiedlichen Ecken.
00:43:39: So ein Stückchen dann wieder zurückgehen und in den Tisch beißen ins Krönchen rücken und wieder vorn vorn.
00:43:47: Gibt es irgendwas was dich zu einem besseren Menschen gemacht hat in deiner Entwicklung?
00:43:52: Ja das mit dem besserem Menschen finde ich schwierig.
00:43:54: Ja ist okay stimmt eine blöde Frau.
00:43:58: Was mich wirklich geprägt hat ist eine... Ich würde dazu sagen Alters ungleiche Frauenfreundschaft Mit einer besonderen Person, die vierundvierzig Jahre älter war als ich.
00:44:10: Spannenderweise übrigens eine Tochter eines deutschen Psychiaters.
00:44:17: Das hat mich ein bisschen geprägt.
00:44:18: ob ich dadurch zu einem besseren Menschen geworden bin weiß ich nicht.
00:44:20: aber das Diagnis war jemand der sehr um die Ecke denken konnte und die Dinge Immer wieder von einer anderen Sichtweise beleuchten konnte, manchmal auch ein bisschen unbequem.
00:44:35: Manchmal auch so, dass ich gedacht habe, das ist aber schräg!
00:44:39: Aber ich glaube dadurch bin ich besser geworden durch die vielen Gesprächen mit ihr.
00:44:44: Hab ich dadurch einen besseren Moment gewonnen?
00:44:46: Weiß ich echt nicht.
00:44:48: Also wie gesagt, ich finde die Kategorie eher etwas schwierig.
00:44:51: Ja, es ist ja auch so eine Männerfrage.
00:44:54: Wir sind die... Ja alles gut.
00:44:56: Das wäre aber auch ne Kategorie.
00:44:58: Die Männerfrage wäre auch ne kategorien.
00:45:01: Welche Frage meinst du?
00:45:02: Also, die Frage ist das sozusagen eine männliche Frage.
00:45:05: Ob ich frage was hat dich zu einem besseren Menschen gemacht?
00:45:08: also ich glaube...
00:45:08: Ja stimmt weil wir ja schon ein bisschen mit so dicken Hosenträgern auftreten.
00:45:12: Ich meine wir Männer haben es ja schon etwas leichter.
00:45:14: da muss man ja mal ehrlicherweise sagen und dass ist eben auch ein bisschen die Überleitung zu dem nächsten Fragenkomplex den wir vielleicht noch mal kurz angucken.
00:45:22: Ich war lange Personalchef.
00:45:24: Führung ist echt ein Thema, ne?
00:45:26: Und ich halte Führungen für echt richtig schwer und ich bin auch keine gute Führungskraft!
00:45:30: Das is keine Coqueterie, ich hab da auch keine Lust mehr zuzuführen... Jetzt bist du stellvertretende ärztliche Direktorin in so einem Triomvirat, allgemeinkranken aus.
00:45:39: wir haben die Pflegedienstleitung Wir haben die Verwaltungsleitung, wir haben der Ärztliche Leitung.
00:45:42: Du bist die stellvertreter Chef in deinem Ring In nem Duo sogar noch.
00:45:47: Wie machst'n du
00:45:48: das?!
00:45:49: Führing iß SO Schwierig Und dann auch im Duo, in so einer komplexen Geschichte.
00:45:55: Wie geht das?
00:45:56: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:45:57: und offensichtlich klappt es ja?
00:45:59: Warum klappt das?
00:46:00: Und wie gut klappt dass?
00:46:02: Das wären so die drei Fragen, die ich habe.
00:46:05: Es gibt einen wunderschönen Satz den ich gerne auch Patienten sage greifen sie zum äußersten reden Sie mit ihren Mitmenschen Also...
00:46:14: Greifen Sie zum Äußerste!
00:46:16: Reden Sie mit Ihren Mitmenschern.
00:46:18: Ja, das ist so.
00:46:19: Das erste ist man muss sich.
00:46:21: Hier ist schwieriger, die Dinge werden.
00:46:23: Er entscheidet mehr miteinander zu reden als weniger – das eine.
00:46:26: Das andere ist ich glaube wenn wir sagen Führung ist so schwer dann hat er sowieso keiner da mehr Lust drauf.
00:46:33: und zweitens glaube ich auch nicht dass man dann besser wird.
00:46:36: Ich glaube die Kunst ist wirklich auch in schwierigen Situationen eine gewisse Form von Leichtigkeit zu bekommen.
00:46:44: gab man eine ganz berühmte Psychotherapeutin Virginia Satie die immer sagte simple but not easy Das ist einfach, aber nicht leicht.
00:46:52: Also mit diesen Worten so zu spielen ... Wenn ich jetzt nur mich gequält in die nächste Klinikumsleitungssitzung setze, dann wird das auch mit Qua.
00:47:05: Ja?
00:47:05: Okay!
00:47:06: So wenn ich schon wieder das so fürchterlich finde dass sich mit dem Kollegen X oder Y schon zum fünften Mal drüber reden muss, dass der irgendwie seinen Oma als irgendwie inadequate Wer bar zu Recht gewiesen hat, dann wird es auch eine Qual.
00:47:23: Also viele Dinge haben mit Humor zu tun und viele haben damit zu tun, wie gesagt so eine wertschützende Beharrlichkeit hinzukriegen sich nicht aus dem Ring führen zu lassen sondern wir sagen das kann sein dass wir jetzt ne Pause machen aber gehen sie davon aus ich komme wieder Und klar.
00:47:40: also Ich hab mal einen Taxifahrer Fragen hören.
00:47:47: Man kommt dann so manchmal ins Gespräch, was machen Sie hier in seiner große Berliner Kongress?
00:47:51: Einmal im Jahr Psychiater und sowas.
00:47:53: Aber das ist aber ein schwerer Job.
00:47:54: Ich sag wissen Sie was?
00:47:55: wenn ich in Berlin Taxifahren müsste würde ich finden dass es ein schweres Job ist.
00:48:00: also man macht natürlich auch die Dinge Die man gern macht ja Und meistens macht man die Dinge die man nicht gerne macht auch Nicht gut.
00:48:09: Also ich wäre nicht in dem Job wenn ich es nicht irgendwie ein bisschen gern machen würde.
00:48:13: Das sind schöner Satz.
00:48:14: Bettina Du hast vollkommen recht, wie wir Juristen sagen du hast vollumfänglich recht.
00:48:19: Ich stimme dir voll umfänglig zu.
00:48:20: wertschätzende Behaarlichkeit und das was wir gut können fällt uns ja auch meistens einigermaßen leicht.
00:48:28: Das merke ich bei meinem Job ja auch wo andere sagen würde hey die kannst du das machen?
00:48:31: Bäh hätte ich ja gar keine Lust zu... Ja klar das ist ja das Geheimnis offensichtlich.
00:48:35: ne wenn ich etwas gerne mache mag ich es in der Regel auch gut und da fällt es mir auch leicht.
00:48:42: Und das mit dem Taxifahren finde ich ist ein gutes Beispiel.
00:48:46: Das finde ich spannend und du hast fünf von deiner Ehe gesprochen, ich gehe mal den Bogen rüber.
00:48:52: Wir beide haben uns ja auch auf der Transatlantik Passage kennengelernt, nachdem ich mit deinem Mann immer rauchend in die Ecke gestanden habe, kam dann irgendwann die Katin von deinem Man dazu.
00:49:00: Und für alle, die die Namensgleichheit noch nicht gesehen haben vor Dr.
00:49:02: Mede Bettina Wilms ist nicht die Schwester oder Kusine sondern die Ehrefrau von unserem ersten Gast von Uli Wilms.
00:49:09: und der aufmerksame Zuhörer hat auch ein paar Dinge wieder gehört, wie auch Uli schon sagte nämlich Psychologie ist die Lehre vom Denken fühlen und Handeln der Menschen.
00:49:16: das hat Bettina heute auch gesagt.
00:49:19: Ein simple but not easy, das hat Uli auch gesagt.
00:49:22: Also ich merke dass ihr beiden natürlich gemeinsam über das sprecht was euch ausmacht.
00:49:26: Was ich nicht wusste ist, dass es vom Virginia Satie ist die ja offensichtlich NLP mit begründet hat oder deren Lehren für NLP so zu sagen genommen wurde, das richtig weiß aber ich bin der Profi da.
00:49:38: und was ich fragen will Bettina?
00:49:40: Wir haben einen psychologischen Psychotherapeuten und wir haben eine Fachärztin für Psychiatrie- und Psychotherapie, die gemeinsam einer offensichtlich glückliche Ehe führen.
00:49:51: Wie muss ich das der geneigte Zuhörer vorstellen?
00:49:53: Sind die beiden dann... Die beiden Psychleute nur fachlich am sabbeln?
00:49:59: oder wie ist denn das?
00:50:00: Wie führt ihr ne glückliche Ehe?
00:50:02: Analysiert ihr euch immer?
00:50:03: Nee natürlich nicht!
00:50:04: Aber erzähl mal, wie läuft es bei euch zu
00:50:06: Hause?!
00:50:09: Es gibt ein schönes Buch vor vielen Jahren von Eva Yeggy, wo irgendwie die Frage beleuchtet wurde, dass zwei Eltern mit ihrem Kindern irgendwie umgehen mussten und beide Elternteile waren Psychotherapeuten.
00:50:26: Und irgendwann hat der heranwächsende Sohn gesagt, Mama jetzt bitte keine Diagnose!
00:50:32: Also so was, ganz ehrlich sagen wir haben noch nie gemacht... Und sowas würden wir auch nicht machen untereinander.
00:50:42: Was ich für diese Frage immer viel wichtiger finde, ist das Umgekehrte?
00:50:47: Was hat man eigentlich davon, dass man mit jemandem lebt und es lebenteilt der sich ungefähr vorstellen kann was man den Tag über macht?
00:50:58: also ein wesentlicher Punkt war der für mich immer große Entlastung Er beinhaltete war, ich musste mich nie entschuldigen dafür dass sich am Abend oder im Wochenende mal mit niemandem mehr jetzt irgendwie reden wollte.
00:51:11: Ich musste mich nicht dafür entschulgen wenn ich im Bereitschaftsdienst war und weil es sich irgendwie so ergeben hatte einmal ein oder zwei Dienste im Monat mehr hatte.
00:51:23: mein man wusste immer das ist jetzt keine.
00:51:26: Das freiwillige Veranstaltung ist, dass man zwar das mit den Kollegen aushandeln kann aber als Arzt auch mal in der Nacht vielleicht ans Telefon muss.
00:51:34: Also es sollte noch so.
00:51:36: Ich mache keine Bereitschaftsdienste im Krankenhaus mehr, aber ich muss an das Telefon.
00:51:39: Diese grundsätzliche Bereitschacht, das glaube ich ... Ist was, was ich gut finde und ich glaube, was für mich mit einem Menschen, der eine andere Profession hätte aushandeln, also was ich irgendwie aushhandeln müsste?
00:51:53: Und das andere ist, dass wir... Das klingt jetzt auch ein bisschen blöd wenn ich das sage.
00:51:57: Wir sind wirklich eigentlich bis auf die Musik glaube ich sind wir maximal unterschiedlich.
00:52:07: Das bin ich mit meiner Partnerin auch.
00:52:10: Magst du darüber nochmal elaborieren?
00:52:12: Maximal unterschiedlich!
00:52:13: Bis auf die Musik seid ihr.
00:52:15: Also wir haben zum Beispiel manchmal schon gewitzelt.
00:52:20: Manche einer heutzutage lernt sich ja eben nicht über die letzte Seite der Zeitung Partnerschaftsannunzeln kennen, sondern macht das im Internet.
00:52:27: Und wir haben es schon manchmal so überlegt ob wir denn zusammengekommen wären wenn wir sozusagen über eine Dating App irgendwie, ob man uns einen da vorgestellt hätte und wir sind ziemlich sicher dass das nicht der Fall gewesen wäre.
00:52:39: als wir uns kennengelernt haben ist mein Mann nicht privat gereist was für mich schon immer.
00:52:46: Also, ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, indem Reisen ein Wert an sich war und ich hätte mir auch einen Jahr ohne eine geplante und gezielt erwünschte Reise damit meine ich nicht nur Urlaub und die Füße hochlegen.
00:53:07: Das hätte ich ... also... Ich bin so aufgewachsen das machte meine Familie seit ich drei, vier, fünf oder sechs war.
00:53:15: So das hat mein Mann überhaupt nicht gemacht.
00:53:17: Oder viele, viele Aspekte des wirklich sehr arbeitsbezogenen Lebens die mein Mann lange Zeit hatte.
00:53:27: Da wirklich maximal im Arbeitsmodus war.
00:53:32: Das hab ich so lange Zeit gar nicht so gehabt.
00:53:35: auch die Literatur, die mein Mann gelesen hat habe ich nicht gelesen.
00:53:42: Die Sicht auf die Welt, mein Mann ist Verhaltens-Therapeut.
00:53:50: Die habe ich nicht gehabt.
00:53:52: Die Frage zum Beispiel Religiosität?
00:53:54: Ich bin protestantisch geprägte evangelische Christian.
00:54:02: Das ist mein Mann nicht!
00:54:04: Das ist dem Herzlich egal.
00:54:05: Das habe ich ja letztens vor ein paar Wochen, als ich mit ihm sprach habe, dass wir mitbekommen.
00:54:09: Ja, das ist schon eine große Unterschiedlichkeit.
00:54:11: Also eine maximale Unterschiedlichkeit kann einen Treiber für ein glücklicher Partnerschaft sein?
00:54:17: So verstehe ich dich gerade!
00:54:20: Da glaube ich eher forget the content follow-the process.
00:54:24: Es geht nicht um den Inhalt es geht um das Prozessuale.
00:54:27: Es geht darum... Ist dieser Mensch für mich so, dass ich denke, dass sich den so interessant finde dass ich rausfinden will, was der denkt.
00:54:36: Dass ich mit dem ins Gespräch kommen will, dass ich die kennenlernen will und sich gemeinsam erleben will.
00:54:45: Darum geht's!
00:54:46: Und das kriegt so mit diesem inhaltlichen Match eine Idee dazu – klar gibt es auch Untersuchungen – aber auf die Dauer wird es um den Prozess gehen.
00:54:57: Also kriegen wir es miteinander?
00:54:59: Haben wir uns entschieden zu wollen, dann sind wir wieder bei dem Anfang.
00:55:02: Haben wir uns entschieden das zu wollen?
00:55:07: Ja das macht doch Mut!
00:55:08: Das macht auch Mut für alle Partnerschaften da draußen die vielleicht gerade so ein bisschen am Wackeln sind oder die Menschen nicht im Gesprächs sind.
00:55:15: also greifen sie zum äußersten sprechen Sie miteinander.
00:55:18: das habe ich hier schon mal verstanden heute als zentralen Satz von Bettina ja verstehe was du sagst das verstehe ich was Du sagst.
00:55:27: Ihr seid ja schon lange verheiratet jetzt feine und ich hab euch beide auch erlebt.
00:55:31: Und das ist schon sehr kongruent, was du uns hier erzählst.
00:55:35: insofern.
00:55:36: Ja, kauf' ich!
00:55:37: Verstanden?
00:55:37: Glaubhaft und glaubwürdig um mal mit juristischem Termini zu sprechen.
00:55:41: Ich möchte dich trotzdem immer mal unterbrechen.
00:55:44: Bitte Weil ich glaube an der Stelle das finde ich total wichtig.
00:55:47: Es kann sein dass man das Gefühl hat man erlebt so ein paar.
00:55:52: Du sagst jetzt kongroent.
00:55:55: Dennoch wissen wir nicht, was hinter den Wohnungstüren passiert.
00:56:01: Und ich glaube der andere Teil der Wahrheit ist auch jeder Einzelne ist für das, was in seinem persönlichen Leben passiert zuständig verantwortlich und wir erleben immer wieder dass wir den Eindruck haben Menschen kommen gut miteinander zurecht und dann erleben wir trotzdem Brüche.
00:56:22: Und deshalb finde ich es so wichtig, ja schön.
00:56:25: Wenn du uns so erlebst, findest du das auch nett und gut?
00:56:27: Aber die wesentliche Frage ist Machen wir anderen Leuten was vor?
00:56:31: Das kannst du auch immer hinkriegen auf so einer Reise.
00:56:35: oder Ist es was wo du denkst?
00:56:38: ne Wir haben uns entschieden das zu wollen.
00:56:40: Ja und dabei bleiben wir auch.
00:56:42: ja Es kann sein dass auch irgendwann mal Reibung erzeugt bekanntlich Wärme Mal ein bisschen lauter oder ein bisschen folger wird
00:56:49: Aber
00:56:51: nichts ist so schlimm wie lange Weile und dass man sich nicht entwickelt.
00:56:56: Das finde ich ein ganz wunderbares Wort.
00:56:59: zum Schluss, mein ganz dicker Dank an dich dafür, dass du uns an deinen Erfahrungen hast teilhaben lassen über deinem Weg als Psychiaterin.
00:57:09: Vielen vielen lieben Dank meine Liebe!
00:57:11: Und damit sind wir am Ende Frohes Schaffen in die Runde!
00:57:14: Wenn es euch gefallen hat, gerne auf der jeweiligen Lieblingsplattform bepralen und bewerten.
00:57:18: Und in zwei Wochen wieder eine neue Folge reinhören.
00:57:21: Macht's gut mit meinen besten Wünschen für den Dreiklang Gesundheit Glück und Liebe Servus.
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